Apollo-Film AG

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Das Ende der Apollo-Film AG, Wien.

Nach ihrer Gründung im Jahre 1916 durch Robert Garai, entwickelte sich die Firma zu einer der erfolgreichsten Produktions und Verleihfirmen Österreichs. Schon im April 1922 eröffnet mit einem Stammkapital von 8000000 RM eine Schwesterfirma in Berlin mit Namen, "Apollo Lichtbild AG", welche zur Wiener Apollo in engem Vertragsverhältnis steht. Direktoren der Berliner Apollo: Isidor Goldschmid (seit 1916 auch Gesellschafter der Wiener Apollo) und Kommerzienrat Dr. Karl Zitzmann aus Erlangen.

Die Apollo war ein streng solide geführtes Unternehmen, das sich nie in gewagte Spekulationen einlies.

Wie allgemein bekannt sein dürfte, sehnte sich das österreichische Publikum, das während des Krieges aus ­schließlich deutsche und österreichische Filme in den Kinos vorgesetzt bekam, in den ersten Nachkriegsjahren nach einer anderen Kost und die amerikanischen Filme fanden damals eine Riesenfrequenz. Selbst die ältesten Filme, die in Amerika längst selbst in der kleinsten Provinzstadt ab ­gespielt waren und von Amerika als Reste einer überwundenen Entwicklungsepoche der Filmindustrie angesehen wurden, gingen in Wien reißend ab. Wer erinnert sich nicht mit Bangen an das „Haus des Schreckens", dessen unzählige Fortsetzungen in Wien täglich hunderttausende Zuschauer fanden. Zu dieser Zeit schloß die „Apollo" einen Vertrag auf Lieferung einer großen Anzahl von amerikanischen Filmen. Der Lieferungsvertrag wurde jedoch nicht genau eingehalten und die amerikanischen Werke wurden mit großer Verspätung nach Wien zu einer Zeit geliefert, da das Publikum bereits wieder den alten amerikanischen Machwerken seine Gunst entzogen hatte und sie den Produkten der inzwischen in Wien etablierten Vertretungen der großen amerikanischen Filmkonzerne Paramount, First National und Metro-Goldwyn zuwandte. Die „Apollo" mußte nunmehr eine Unzahl von älteren Filmen der „Real Art"-Produktion übernehmen, ohne auch nur den kleinsten Teil davon in den Kinos platzieren zu können. Diese Transaktion fügte der „Apollo" großen Schaden zu, der auch durch die sehr erfolgreichen Douglas Fairbanks-Films nicht wettgemacht werden konnte, da die „Apollo" diese in Kommission übernommen hatte und an dem großen Reingewinn bloß mit 8 % beteiligt war. Zu Anfang 1926 schien es, als ob eine neue große Transaktion der „Apollo" zur völligen Sanierung verhelfen sollte. Die Verbindung zur Industrie- und Handelsbank hatte auch einen nahen Kontakt zwischen der „Apollo" und der Zentralbank deutscher Sparkassen geschaffen. Die Zentralbank hatte sich rasch entschlossen, die Transaktion der „Apollo" zu finanzieren, die große Spesen und ein immenses Investitionskapital erforderte. Doch dazu kam er begreiflicherweise nicht. Nach mehrfachen erfolglosen Versuchen, die „Apollo" auf anderem Wege zu sanieren - auch ein amerikanische Geschäft jüngsten Datums war verlustbringend - blieb ihr Dezember 1926 nur mehr der Ausweg übrig, um die Eröffnung des Ausgleichsverfahrens anzusuchen. Kaum nennenswerten Aktiven standen Passiven von über sechs Milliarden gegenüber; geboten wurden 35 % in zwölf Monatsraten. Als Hauptgläubiger erscheinen die Industrie- und Handelsbank und die Pollux-Bank in Amsterdam.

Das Ausgleichsverfahren war Mitte 1927 beendet und Anfang 1928 beschloss die Firma endgültig ihre Liquidation. Im April 1929 verfügt das österreichische Bundeskanzleramt die Auflösung der Apollo, da sie die Hälfte ihres Aktienkapitals verloren hatte.

Die Gesellschafter der Apollo waren: Isidor Goldschmid, Robert Garai, Oskar Teichtner und Gottfried Merley.

Der Gesellschafter Isidor Goldschmid, ging kurz darauf nach Berlin in die Friedrichstraße zum "Süd Film Konzern", welchen er zwei Jahre darauf in den Abgrund steuerte.

Im Februar 1930 verstarb der Gründer Robert Garai bei einem Autounfall.

Die spätere Apollo-Film in den 1930er Jahren ist nicht mit der eben beschriebenen Apollo identisch.

Der Apollo Logo-Schriftzug zierte ab 1921 die Filmbewerbungen und ist ein Entwurf des Malers Albin Grau.

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