Friedenstein

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Inhaltsverzeichnis

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Korrekte Transkription der Inschrift der Cartouche über dem Hauptportal des Friedenstein befindlich.

Nur zur allgemeinen Berichtigung vorheriger Transkriptionen durch unterschiedliche Autoren, bringe ich hier erstmals die genaue Transkription des Textes, ohne Rücksicht auf heutige Groß und Kleinschreibung, sowie weiter ohne Rücksicht auf heute an entsprechenden Stellen vorhanden seienden Kommas und Punkten.

Zudem wurde bereits in der zweiten Zeile stets der Fehler begangen, statt "zertrieben", "zerrieben" zu schreiben. Schon bei Beck steht dieses falsch transkribiert und so wurde es immer wieder dort abgeschrieben und blieb falsch. Nur von Tentzel wurde es im Jahre 1702 richtig übertragen und nochmal von W. Steguweit im Jahre 1987, welcher sich an die Abschrift Tentzels hielt, und erstmals die Urschrift in Korrektur brachte. Ab da hielt man sich weitestgehend an die Originalform, fügte aber stets unnötige Querbalken oder Kommas ein. "Hierbeit" wurde aber fast immer falsch übertragen; es wurde stets statt "Hierbeit", Hierbei" oder "Hierbey" transkribiert.

Linke Seite:

"Als funffzehn hundert Jahr man zehlet sechzig sieben
Ward Grimmenstein zerstört zersprenget und zertrieben
Da viermahl neunzehn Jahr verflosen ward darauff
Erbauet der Friedenstein in vollem Kriegeslauff"

Rechte Seite:

"Hierbeit erinnert euch daß wegen eurer Sünden
Mit Gott ihr Friede macht so wird sich Friede finden
Und die ihr nach uns kommt was bös begangen flieht
Damit des untergangs ihr euch dadurch entzieht"

Die Photographie zeigt die Inschrift im Jahre 1978.

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ROSENRANKHÖLZER VERURSACHTEN IN DER ZEIT ZWISCHEN 1910 und 1938 EINE OPTISCHE TÄUSCHUNG AM FRIEDENSTEIN.

Auf diesem Photo aus 1910 kann man die in dem gleichen Jahre angebrachten Holzbögen sehen, welche für Rosen-und Efeubewuchs an der Südmauer des Friedenstein zu Gotha angebracht wurden.

Auf die Entfernung wirkte es wie unverputzt und man nahm die Bögen als gemauert wahr. Dies war aber von 1910 bis 1938 eine optische Täuschung. Die Mauer war stehts verputzt und hat im Untergrunde gar keine Bögen.

Auf diesem Photo, welches die Südbegrenzung aus der Nähe zeigt, löst sich optische die fehlhafte Wirkung der Fernansicht.

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Diese CDV-Photographie aus meinem Archiv, datiert auf Sommer 1867, zeigt die dort für 3 Jahre (1864 bis 1867) existierende Bauarbeiterunterkunft auf der Reitbahn (späterer Rosengarten) zu Gotha.

Diese Bauarbeiterunterkunft wurde nötig um den Bau des Herzoglichen Museums voranzutreiben, dessen Bau im Jahre 1864 auf dem Areals des ehemaligen Küchengartens begann.

Die Unterkunft stand sozusagen an der heute durchlaufenden Parkallee, auf der nördlichen Seite. Die Photographie wurde vom Rohbau des Museums, von August Linde aufgenommen.

Dauerhaft bewohnte Räumlichkeiten auf dem FRIEDENSTEIN zu GOTHA, durch die Landgrafen-Familie zu Hessen-Darmstadt.

Vor fast 351 Jahren schrieb mein Urururururururur-Großonkel Elias Rudolph Heydenreich (1617-1691), Gothaischer Gerichts- und Consistorial-Secretär, folgendes Ereignis in sein Tagebuch:

Transkription des Eintrages:

"1667 Den 16. Decembr. Hr. Landgraf Ludwigen zu Hessen= Darmstadt auf dem Schlosse Friedenstein sein erster Prinz aus ander Ehe gebohren, und Ernst Ludwig getaufft worden."

Dazu angefügt im Tagebuch ein Nachtrag seines Sohnes Heinrich Rudolph Heydenreich aus 1719:

"Von diesem ist denckwürdig, das dieser Prinz auf dem Schlosse Friedenstein in eben dem Gemach gebohren worden, in welchem nach 10 Jahren Printz Ludwig aus erster Ehe bürtig, im 21. Jahr seines Alters , als er eben die Regierung zu Darmstadt antreten sollen, gestorben, und also die Succession auf Printz Ernst Ludwigen gefallen, die Regierung hat immittelst dessen Fr. Mutter, bis zu dessen Mündigkeit übernommen und löblich geführet."

Interessant ist, das beide Halbbrüder, Ernst Ludwig (1667-1739) und Ludwig IV (1658-1678), das gleiche Zimmer bewohnten, allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Das besagt, das gewissen Räume auf dem Friedenstein für die Landgrafen-Familie von Hessen-Darmstadt reserviert und bewohnt waren. Die beiden Aufenthalte so geschehen in der kälteren Jahreszeit. Einmal im Decembre und einmal im April.

So gesehen hielt man sich in dunkler Jahreszeit oft beim Schwiegervater, Ernst dem Frommen (1601-1675), auf. Denn Landgraf Ludwig von Hessen Darmstadt (1630-1678), war in zweiter Ehe mit der Tochter Herzog Ernstens, Elisabeth Dorothea (1640-1709) verehelicht.

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